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2012_Haus der Fotografie - Bozen, Spesenverg.
'Man kann sich ein Leben ohne Fotografien nicht vorstellen: sie laufen vor unseren Augen ab und erwecken unsere Aufmerksamkeit; überqueren die Atmosfäre, unsichtbar und lautlos, über tausende von Kilometer. Die Fotografien sind in unserem Leben und unser Leben ist in der Fotografie'.

So lautet ein berühmtes Zitat über die Fotografie, verfasst von Lucia Moholy, Mitglied der bekannten Bauhausschule. Tatsächlich ist es so: das Bewusstsein des untrennbaren Zusammenspiels von Mensch und Medien führt zur Unvorstellbarkeit eines Lebens ohne Fotografie.
Als fundamentales Glied des menschlichen Lebens, und in dessen Szenarium, belebt und aktualisiert das Projekt für das Haus der Fotografie der Stadt Bozen seine urbane Aussagekräftigkeit im Zusammenspiel mit dem Bemühen, die Wandlungen der Fotografischen Bilder und dessen Sinngehalte zu erfassen, ausgerichtet vor allem auf die Vision eines Universums, wo sich die Fotografie mit der physisch- realen Welt trifft und umgekehrt. Das Ergebnis ist ein Haus der Fotografie, das die Geschichte der Technik erzählt und dessen Fortschritte dokumentiert, die verschiedenen Ausdrucksweisen und Sensibilitäten der Vision bekundet und dem Publikum, den Forschenden und dem Stadtbürger eine Serie von Vorteilen bietet. Das Haus stiftet einen Anziehungspol für alle kulturellen Synergien, die den Wert und die Würde der Fotografie als Projekt und als künstlerisches Produkt erkennen, vor allem jetzt, wo die digitale Technik jedem und überall Gebrauch (und Missbrauch) des unmittelbaren Ausdrucks erlaubt.
Die Grundidee ist die, dass das kulturelle Projekt des Hauses eine Frage über die 'Natur' der Fotografie sei, und sie gleichzeitig der Tatsache Rechnung trägt, dass die Fotografie, in der Wechselwirkung von Bild und Wirklichkeit, ein Grundbedürfnis des Menschen ist.
Die Auseinandersetzung mit einigen bekannten europäischen Museen der Fotografie (Museum Niepce in Chalon-sur- Saône, MNAF Museum Alinari in Florenz, National Media Museum in Bradford) hatte einen wichtigen Einfluss auf die Erarbeitung des Projekts und des museologisch/kulturellen Programms.
Das museologische Programm des Hauses der Fotografie ist folglich in vier Bereiche gegliedert:

Kulturelle Förderung und 'open urban space' (Erdgeschoss)
Kultur und Kodex der Fotografischen Vision (1.Obergeschoss)
Phänomene der Fotografie (2. Obergescxhoss)
Künstlerisch – experimentelle Fortbildung (Dachgeschoss)
Foto: EM2 Architekten
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