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2015_Gasthof Tanzer Issing

„Speziell in den Bergen besteht eine Erwartung nach robusten und vertrauten Konstruktionen, die man nicht enttäuschen sollte. Wenn sich dann im Detail etwas Modernes zeigt, kann es in einen Dialog mit dem vertrauten Bild treten und dieses weiterentwickeln“ (Lutz Philip)

Für Hotelbauten trifft in besonderem Maße zu, was im Grunde für jede Architektur gilt. Sie funktioniert nur wenn sie der Umgebung eine wesentliche zusätzliche Qualität verleiht, das heißt sie verbessert. Um eine solche magnetische Wirkung ausüben zu können, muss das Gebäude mit einer Aura der Einzigartigkeit ausgestattet sein, die es unverkennbar macht.

Die Hotelerweiterung mit Aufstockung, zwischen Tradition und Innovation oszillierend, übernehmen in Maßstab und verwendetem Material die Merkmale der landschaftsprägenden Gebäudetypologien. Unter Beibehaltung der Grundform wird das Gebäude um ein Geschoss erhöht. Die Dachvorsprünge werden durch das Überziehen eines „Holzmantels“ aus sägerauen Fichtenbrettern neutralisiert, teils transparent, teils geschlossen. Alle für ein Hotel notwendigen Balkone verschwinden hinter dieser vorgesetzten Fassade und die unterschiedlich gesetzten meist horizontalen Öffnungen verleihen der Fassade eine fast schachbrettartige Lebendigkeit.

Das Projekt wurde als zeitgemäße Ergänzung der dörflichen Struktur entworfen mit Bedacht auf den gebauten Kontext: klar und einfach in der Grundform mit Bezug zur Bautradition unter Vermeidung modischer, hybrider und parasitärer Architekturformen - Weiterbauen im Ort ohne anders sein zu wollen.

Foto: René Riller